
Pflegekosten explodieren – aber ist das Pflegeheim wirklich die einzige Option?
In den letzten Tagen ging eine Schlagzeile durch viele Medien, unter anderem durch die BILD-Zeitung:
Die Kosten für Pflegeheime steigen weiter – im Schnitt zahlen Pflegebedürftige heute über 3.200 Euro monatlich aus eigener Tasche. Tendenz steigend.
Das sorgt für Verunsicherung. Für Angst. Und für viele Familien für das Gefühl: „Pflege können wir uns bald nicht mehr leisten.“
Doch diese Debatte greift zu kurz.
Denn sie zeigt nur einen Teil der Realität – und lässt eine wichtige Alternative oft außen vor: die 24‑Stunden‑Pflege im eigenen Zuhause.
Was kostet ein Pflegeheim heute wirklich?
Laut aktueller Auswertungen liegt der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Jahr eines Pflegeheims bei rund 3.245 Euro pro Monat. Dieser Betrag ist innerhalb eines Jahres um mehr als 260 Euro gestiegen.
Wichtig ist dabei: Das ist nur der Eigenanteil.
Die tatsächlichen Gesamtkosten eines Pflegeheimplatzes liegen häufig bei über 5.000 Euro monatlich. Die Pflegekasse übernimmt davon lediglich einen Teil. Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten und ein großer Teil der Pflege bleiben beim Pflegebedürftigen oder der Familie hängen.
Ja, es gibt Zuschläge bei längerer Heimdauer – aber gerade im ersten Jahr ist die finanzielle Belastung besonders hoch. Für viele Familien ist sie kaum planbar.
Die 24‑Stunden‑Pflege: oft unterschätzt, selten ehrlich erklärt
Bei der 24‑Stunden‑Pflege im eigenen Zuhause liegen die monatlichen Kosten meist zwischen ca. 3.000 und 3.500 Euro, zuzüglich Kost und Logis für die Betreuungskraft.
Auf den ersten Blick wirkt das ähnlich teuer wie ein Pflegeheim. Doch hier liegt der entscheidende Unterschied:
👉 Diese Kosten lassen sich deutlich reduzieren.
Denn im Gegensatz zum Pflegeheim können bei der häuslichen Betreuung mehrere Leistungen kombiniert werden:
- Pflegegeld (abhängig vom Pflegegrad)
- Leistungen der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
- Steuerliche Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleistungen
In vielen Fällen sinkt dadurch die tatsächliche monatliche Belastung spürbar – teilweise deutlich unter das, was im Pflegeheim zu zahlen wäre.
Kostenvergleich: ehrlich, ohne Schönrechnen
Pflegeheim (stationär):
- Eigenanteil oft ca. 3.200 Euro pro Monat
- Kaum steuerliche Entlastung
- Pflegegeld spielt praktisch keine Rolle
24‑Stunden‑Pflege zuhause:
- Bruttokosten ca. 3.000–3.500 Euro
- Pflegegeld voll nutzbar
- Steuerliche Entlastung möglich
- Zusätzliche Pflegeleistungen
Rechnet man diese Faktoren sauber zusammen, zeigt sich in vielen Fällen: Die Betreuung zuhause ist nicht teurer – häufig sogar günstiger.
Ein oft übersehener Kostenfaktor: Wenn zwei Personen Pflege benötigen
Ein wichtiger Punkt wird in der öffentlichen Diskussion fast nie berücksichtigt – dabei ist er für viele Paare oder Familien entscheidend:
Was passiert, wenn nicht nur eine, sondern zwei Personen pflegebedürftig sind?
Im Pflegeheim ist die Antwort leider eindeutig: Die Kosten fallen in der Regel doppelt an. Jede pflegebedürftige Person benötigt einen eigenen Heimplatz, mit eigenem Eigenanteil. Das bedeutet schnell 6.000 Euro und mehr pro Monat – allein aus eigener Tasche.
Bei der 24-Stunden-Pflege im eigenen Zuhause sieht die Rechnung völlig anders aus.
Wird eine zweite pflegebedürftige Person im selben Haushalt betreut, erhöht sich der monatliche Aufwand meist nur moderat. In der Praxis liegt der zusätzliche Betrag häufig bei ca. 100 bis 300 Euro, abhängig vom Pflegegrad und Unterstützungsbedarf.
Der Grund ist einfach: Viele Leistungen – Präsenz, Haushalt, Struktur des Tages – fallen ohnehin an und können für beide Personen genutzt werden.
Gerade für Paare bedeutet das: Die Betreuung zuhause ist bei zwei Pflegebedürftigen finanziell oft deutlich günstiger als zwei separate Heimplätze.
Geld ist wichtig. Aber es ist nicht alles.
Neben den Kosten gibt es einen zweiten, mindestens genauso wichtigen Punkt:
Lebensqualität.
Zuhause bleiben zu können bedeutet:
- vertraute Umgebung
- eigene Routinen
- Nähe zur Familie
- mehr Selbstbestimmung
Für viele Pflegebedürftige ist das kein Luxus, sondern ein entscheidender Faktor für Wohlbefinden, Orientierung und Würde.
Unser Fazit
Die steigenden Heimkosten sind real – und sie sind ein Problem.
Aber sie dürfen nicht dazu führen, dass Familien glauben, es gäbe keine Alternativen.
Pflege ist individuell. Und sie verdient eine ehrliche Beratung, die nicht nur Schlagzeilen wiederholt, sondern Optionen aufzeigt.
Wir beraten Familien regelmäßig unverbindlich und kostenlos – auch dann, wenn noch kein akuter Pflegebedarf besteht. Damit Sie vorbereitet sind. Damit Sie vergleichen können. Und damit Sie im Ernstfall nicht unter Zeitdruck entscheiden müssen.
Denn Pflege beginnt nicht erst dann, wenn es brennt.
Sie beginnt mit Information.